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hören und sehen vergeht

Der Versuch, eine Zeit zu umfassen:

welch corpus delicti mit muskellachendem

Bauch, eingeübt, austrainiert, blondes Fleisch

in der Umarmung, manchmal tickt der Atem einer Quarzuhr

zur nächsten schweißtreibenden Stunde, abends

die Abkehr voneinander, Arm um Arm, der

Augstern kreist um sich selbst: dergleichen

gräbt Bilder in den Kopf (aus?)

und an den Küsten, hör ich, schlägt der

Kirchturm einen alten Takt und

tropfend fallen Bild in Bild (aus?) und

des Lachens Grimassen erinnern Zugehörigkeit

zu manchen und der abgenutzte Schweiß spielt

seine Rolle kaum und dabei spreche ich

von Gegenwart und Bild tropft auf

Bild, unter die Haut lass ich nichts

kommen: aufgetürmte Bilder:

aufgesammelte Perlenschnüre werden:

Fußangeln (statt Mosaike?): als modische

Draperie der Sehnsucht: Worte sind alberne

Karbunkel im Augenblickezeitalter:

was kommt nach dem vorher

setz ich mich - springe ich auf:

sehe ich - höre ich weg:

dergestalt springen Bilder in den Kopf (aus?)

und Hörproben fluten als Input durch Kanalisationen

und flimmerndes Design spielt mit andern vergessene Empfindung:

ab morgens verkaterte Kakteengedanken, rituelle Straßenbahnen, Prittstift

lila Kühe mit Rinderwahn, bei Toffu-Gesundheit klappts auch

mit dem Nachbarn, doch mit 2 Fuffzigern krieg ich einen

 

copyright bei Andreas Kölling